Die sozialistische Marktwirtschaft wird auch als Planwirtschaft bezeichnet. Grundlage für das Wirtschaftsmodell ist die sozialistische Grundidee. Der Sozialismus ist eine Gesellschaftsordnung. In ihr sollen alle Menschen gleichgestellt sein. Neben der Gleichheit soll auch Solidarität und Gerechtigkeit gewährleistet sein. Innerhalb des Systems werden Produktionsmittel und die Grundlagen der Produktion in das Eigentum des Staates überführt. Möglich ist auch, dass das Eigentum in privaten Händen verbleibt, allerdings der Staat die Kontrolle darüber hat.
Grundlegende Organisation der sozialistischen Marktwirtschaft
Analog zu diesem Gesellschaftssystem werden die Wirtschaftsprozesse zentral durch den Staat gelenkt, weshalb eine weitere Bezeichnung für die sozialistische Marktwirtschaft der Begriff Zentralverwaltungswirtschaft ist. Um die sozialistische Marktwirtschaft umzusetzen, werden alle Prozesse in der Wirtschaft von einer zentralen Stelle aus geplant und koordiniert. Alle Entscheidungskompetenzen sind in dieser zentralen Stelle gebündelt, so dass Privatpersonen und Unternehmer keine Befugnisse haben. Aus diesem Umstand leiten sich die Merkmale der Wirtschaftsform ab. Innerhalb dieser Form der Marktwirtschaft existiert kein Wettbewerb. Auch die Preisbildung wird unterbunden. Es besteht kein Privateigentum an den Produktionsmitteln und die Konsumwahl ist stark eingeschränkt. Der Einfluss des Staates ist bis in die persönlichen Bereiche vorhanden, weshalb auch keine freie Berufswahl möglich ist. Insgesamt bildet die Wirtschaftsform das Gegenteil der freien Marktwirtschaft.
China als Beispiel für Mischformen
Inzwischen haben sich Mischformen zwischen der freien Marktwirtschaft und der sozialistischen Marktwirtschaft herausgebildet. Ein Beispiel für eine Mischform ist China. Hier liegt ein großer Teil der Wirtschaft zwar in privater Hand, doch der Staat übt noch immer einen großen Einfluss aus. Mehr als 100 Großunternehmen sind noch in staatlicher Hand, die vor allem aus den Bereichen Energieerzeugung, Rüstung, Telekommunikation und Ähnliches stammen. Es handelt sich allerdings vornehmlich um Unternehmen, die Infrastruktur und andere für den Staat relevante Gebiete darstellen. Wie auch in der freien Marktwirtschaft muss ein Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage geschaffen werden. Deshalb erfolgt die Preisbildung grundsätzlich in ähnlicher Form, wie auch im Kapitalismus. Während es in der freien Marktwirtschaft die Unternehmen sind, die Angebote planen und produzieren, ist es in der sozialistischen Marktwirtschaft der Staat oder die Zentralstelle, die für die Planung der Produktionsmenge verantwortlich sind. Die Unternehmen produzieren die von der Zentralstelle vorgegebene Stückzahl und bieten sie auf dem Markt an. Hier sind die Konsumenten vertreten. Genau wie in der freien Marktwirtschaft sind sie bereit, für eine Ware einen bestimmten Preis zu bezahlen. Es wird angestrebt, dass Angebot und Nachfrage genau ausgeglichen sind. Das bedeutet, dass die produzierte Menge genau der Nachfrage entsprechen muss. Auch der Preis muss darüber hinaus in der Höhe vorliegen, bei der das Angebot optimal verteilt wird.
Problematik der sozialistischen Marktwirtschaft
Bedingt durch dieses Vorgehen sind – genau wie in der freien Marktwirtschaft – alle Möglichkeiten gegeben, um die Bedürfnisse der Bevölkerung optimal zu befriedigen. Allerdings nimmt die Zahl der Länder mit diesem Wirtschaftsmodell immer stärker ab. In vielen Fällen werden inzwischen Mischformen angewandt, die Merkmale aus der freien und der sozialistischen Wirtschaftsform aufweisen. Die Wirtschaftsform bietet allerdings durchaus die theoretische Möglichkeit, die Wirtschaft optimal zu gestalten, da die Grundlagen an vielen Stellen identisch mit der freien Wirtschaftsform sind. Als problematisch stellte sich bisher die Umsetzung des Wirtschaftssystems heraus. Mischformen sind allerdings – wie das Beispiel China zeigt – durchaus erfolgreich und durchführbar.
Foto: Fotolia