Freie Marktwirtschaft

Die freie Marktwirtschaft beruht auf den Ideen des klassischen Liberalismus. Er stellt die individuelle Entfaltung in den Mittelpunkt. Kern des Liberalismus ist die freie und individuelle Entfaltung, das Recht auf Freiheit und die Eigenverantwortung. Der Staat soll nicht bevormundend sein und dadurch ein hohes Maß an den Kernpunkten bieten. Das Prinzip wurde von Adam Smith auf die Wirtschaft übertragen. Er war der Meinung, dass das Streben nach Wohlstand und Gewinn automatisch dazu führe, dass der Einzelne zum Wohl der Gemeinschaft beitrage.

Grundlagen der freien Marktwirtschaft

Der Staat dürfe nicht zu sehr in die Mechanismen des Marktes eingreifen, da er diese störe. Der Staat hat deshalb in der freien Marktwirtschaft einzig die Aufgabe, die Sicherheit und den Schutz sowie Eigentum zu gewährleisten. Gleichzeitig stellt er ein geeignetes Tauschmittel in Form von Geld zur Verfügung. Auch die Erhaltung des Rechtssystems gehört in die Aufgabengebiete des Staates. Die Steuerung der Wirtschaft erfolgt in der freien Marktwirtschaft insgesamt streng nach den Regeln von Angebot und Nachfrage. Wie auch im Gesamtbegriff Marktwirtschaft sind die Produktionsmittel bei der freien Marktwirtschaft in privater Hand. Daneben herrscht Gewerbefreiheit sowie Konsumfreiheit. Jeder darf damit Waren und Dienstleistungen anbieten und jeder darf sie in Anspruch nehmen. Darüber hinaus kann der Preis unabhängig von Einflüssen gebildet werden. Der Wettbewerb ist frei und unterliegt keiner starken Reglementierung.

Funktionsweise der freien Marktwirtschaft

Die Mechanismen der freien Marktwirtschaft sind einfach erklärt und entsprechen den Vorgängen, wie sie auf einem Wochenmarkt zu finden sind. Auf einer Seite stehen Interessenten, die bereit sind Waren und Dienstleistungen einzukaufen. Durch die Bereitschaft und den Willen eine Ware oder Dienstleistung einzukaufen, schaffen sie eine Nachfrage. Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die bereit sind diese Waren oder Dienstleistungen anzubieten. Sie stellen das Angebot dar. Auf dem Markt werden nun die Waren zu einem Preis angeboten. Die Käufer fragen die Waren nach und kaufen sie zu einem bestimmten Preis. Ist der Preis niedrig, dann wird die Ware oder Dienstleistung vermehrt nachgefragt und die Nachfrage übersteigt das Angebot. Ist der Preis zu hoch, dann wird die Ware oder Dienstleistung weniger nachgefragt, und das Angebot übersteigt die Nachfrage. Ziel ist es nun, die Ware oder Dienstleistung zu einem Preis anzubieten, bei dem kein zu hohes Angebot und keine zu hohe Nachfrage herrscht. Dieser Preis ist der Gleichgewichtspreis. Die ideale Angebotsmenge wird als Gleichgewichtsmenge bezeichnet.

Praxis der freien Marktwirtschaft

In der Realität kann weder die Gleichgewichtsmenge noch der Gleichgewichtspreis erreicht werden. Vielmehr ist nur eine Annäherung an diesen Punkt möglich. In der Praxis zeigt sich, dass der Wettbewerb keine Möglichkeiten gibt, ein Gleichgewicht herzustellen. Vielmehr ist die Preisbildung von mehreren Faktoren abhängig, wie beispielsweise der Qualität oder dem Zusatznutzen des Produkts. Durch die moderne Technik spielt auch der Stückpreis eine entscheidende Rolle, der mit steigender Produktionszahl sinkt. Zudem ist die Konkurrenzsituation ein wichtiger Faktor bei der Preisbildung. Insgesamt wurde die Preisbildung an bestimmte Zielgruppen ausgerichtet und auch die Unternehmensstrategie spielt eine entscheidende Rolle. Der Gleichgewichtspreis und die Gleichgewichtsmenge sind daher in Abwandlungen vorhanden, die sich nicht mehr auf einen allgemeinen Markt ausrichten, sondern vielmehr auf Segmente innerhalb des Marktes. Ein Unternehmen kann beispielsweise eine möglichst breite Käuferschicht ansprechen oder versuchen, eine kleine und exklusive Käuferschicht für sich zu gewinnen.

Foto: Profile of Adam Smith, Original work in 1787. Etching produced in 1811, 1828 or 1872
Quelle: Wikipedia.org

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